ADAC-Ortsclub Ulm/Neu-Ulm e.V.

„Herzlich Willkommen in Holzbronn!“

(Gerhard-Mitter-Gedächtnisrallye, 04.09.2021)

Mit diesen Worten empfängt die Schwarzwaldgemeinde am Rande des Nagold-Tales seine Gäste. Das wir den Willkommensgruss unfreiwillig entgegen nehmen mussten, konnte ja keiner ahnen. Aber wir sind hier nicht allein gestrandet. Beginnen wir aber mit dem Anfang:

Der MSC Calw hatte nach coronabedingter Absage im letzten Jahr zur Gerhard-Mitter-Gedächtnisrallye nach Deckenpfronn geladen. Mit Hygienekonzept, das viel Papierkram und FFP-2 Maske bedeutete, war die Rallye genehmigt worden. 50 Starter der R35 und 40 historische Fahrzeuge der Gleichmässigkeitsfahrt hatten sich eingefunden. Bemerkenswert, dass die sehr kompakte Rallye dieses Jahr ohne Rundkurse ausgeschrieben war. „Station Teinach“ und „Holzbronn“ waren bekanntes Terrain, eine WP war neu dazu gekommen. 2x Besichtigen war die Vorgabe, dann musste der Schrieb stehen. Wir waren wieder in die 1600er Klasse einsortiert und hatten noch 6 Besatzungen, die um den Klassensieg kämpfen wollten. Klassenprimus Thomas Schober hatte zur Abnahme Einblick in seinen Motorraum gewähren müssen. Jürgen hatte einen 16V Kopf diagnostiziert, der eigentlich nie auf einem 1,6L Rumpf produziert worden war, was eigentlich Vorgabe des Reglements ist. Das erklärte auch, dass die Besatzung uns in Untergröningen bis zu 4sek. pro WP-km eingeschenkt hatte – eine andere Welt.

Vor dem Start hatte ich noch Sportkamerad Otmar Schanz gesprochen. Der musste berichten, dass Umweltbeauftragter Rudolf „Umwelt-Rudi“ Dierolf kolabiert war und mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden musste. Es klang alles nicht sonderlich lustig, aber ich war nachhaltig beunruhigt. Aber es nützte ja nix. Die Startzeit war über den Online-Aushang gesetzt: Zusammenreissen und konzentriert bleiben!

„Station Teinach“ war nicht schlecht gelaufen. Ich hatte immer Orientierungsprobleme im Bergaufstück im Wald, weil das gefühlte 10 Kuppen bietet, es sieht überall gleich aus und es gibt keine Anhaltspunke. Aber ich war gut durch gekommen. Im „Dreieck“ nach dem Schlagbaum im Wald hatte der Handbremsdrift vom Schotter auf den Asfalt den Wagen weiter eingedreht, als beabsichtigt aber: Los weiter! Thomas Schober hatte das Dreieck verpasst und dafür 30sek. Zeitstrafe ausgefasst, war in den Tiefen der Zeitenlisten verschwunden und war später ausgefallen. Bei der Waldausfahrt und am Sportheim hatte der Polo abgehoben und war hart aufgeschlagen: „Das mach ich nicht mehr!“ hatte der Pilot im Ziel vermeldet. Der Fahreindruck war nicht schlecht, wir schaffen (strafenbereinigt) die 5. Klassenzeit von 7 Startern bei den 1600ern. „Holzbronn“ ist dran: Auch bekanntes Terrain, nur die Zielausfahrt ist umgestaltet worden. Bei der Anfahrt auf die Gemeinde Holzbronn, vor der die WP 2 Linksabzweige vorsieht, verliert der Motor an Leistung und vom Getriebe kommen böse Geräusche. „Aus!“ klagt der Pilot in die Gegensprechanlage. Wir rollen durch die Absperrungen von dem Abzweig weg und müssen Aufgeben. Wir rollen an der Tafel „Herzlich Willkommen in Holzbronn!“ aus. Mit diesen Worten empfängt die Schwarzwaldgemeinde am Rande des Nagold-Tales seine Gäste. Das wir den Willkommensgruss unfreiwillig entgegen nehmen mussten, konnte ja keiner ahnen. Aber wir sind hier nicht allein gestrandet. Es lässt sich Jürgens Transfer ins Rallyezentrum organisieren. Wir laden auf und müssen die Heimreise antreten. Danke allen Helfern!

Am Ende holen Otterbach/Otterbach im BMW den Gesamtsieg mit der Winzigkeit von 0,4 sek. Vorsprung vor Noller/Schlicht im Mitsubishi und Bäder/Hausch wiederum im BMW mit 55,5 sek. Rückstand zum Gesamtsieger. Von den 50 Startern der R35 bleiben im Ziel 40 übrig. Unsere NC-4 Klasse gewinnen Schwarzmannseder/Schwarzmannseder im Peugeot 206 auf Gesamtrang 20 (!) mit Fabelzeiten. Von den 7 Klassenstartern kommen 3 Teams nicht ins Ziel.

Also: Antriebsstrang auseinanderbauen, Fehler suchen und schauen, was man bis Laichingen tun kann – sonst ist die Saison vorbei.

Rudolf „Umweltrudi“ Dierolf ist direkt am Veranstaltungstag aus dem Krankenhaus entlassen, aber er wird sich schonen müssen. Weitere Einsätze als Umweltbeauftragter dürfte es nicht geben. Eine Ära geht zu Ende. Danke für sein jahrelanges Engagement in der Rallye-Organisation!